Die Frage, wer die Ohren reinigen kann und wie dies am besten geschieht, beschäftigt viele Menschen. Saubere Ohren sind nicht nur hygienisch, sondern auch wichtig für unser Hörvermögen. Doch gerade bei der Ohrenreinigung gibt es viele Mythen und Unsicherheiten. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Möglichkeiten der Ohrenreinigung und wer dafür zuständig ist. Wir erklären, wann professionelle Hilfe ratsam ist und welche Hausmittel Sie besser meiden sollten.
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Was ist Ohrenschmalz und warum bildet es sich?

Bevor wir uns der Frage widmen, wer die Ohren reinigen kann, ist es wichtig zu verstehen, was Ohrenschmalz eigentlich ist und welche Funktion es erfüllt. Ohrenschmalz, medizinisch als Cerumen bezeichnet, ist eine natürliche Substanz, die in den äußeren Gehörgängen von Menschen und vielen anderen Säugetieren produziert wird. Es handelt sich um eine gelblich-braune, wachsartige Masse, die aus einer Mischung von Talg und abgesonderten Hautzellen besteht.
Die Produktion von Ohrenschmalz findet in speziellen Drüsen statt, den sogenannten apokrinen und talgdrüsenartigen Drüsen, die sich in der Haut des äußeren Gehörgangs befinden. Diese Drüsen sondern eine Flüssigkeit ab, die sich mit abgestorbenen Hautzellen und Haaren vermischt und so das Cerumen bildet.
Die Hauptfunktionen von Ohrenschmalz sind vielfältig und essenziell für die Gesundheit unserer Ohren:
- Schutz: Ohrenschmalz bildet eine schützende Barriere in den Gehörgängen. Es fängt Staub, Schmutz, Bakterien, Pilze und andere Fremdkörper ab und verhindert so, dass diese tiefer in das Ohr eindringen und Schäden verursachen können. Diese Partikel bleiben im klebrigen Ohrenschmalz haften und werden nach außen transportiert.
- Befeuchtung: Cerumen hält die Haut des Gehörgangs feucht und geschmeidig. Dies verhindert Austrocknung und Juckreiz, was wiederum die Haut vor Rissen und Infektionen schützt.
- Reinigung: Der Gehörgang besitzt einen natürlichen Selbstreinigungsmechanismus. Durch die Kaubewegungen und die stetige Wanderung der Haut von innen nach außen wird das Ohrenschmalz, zusammen mit den darin gebundenen Schmutzpartikeln, langsam aus dem Gehörgang nach außen befördert. Dort trocknet es an der Ohrmuschel ein und fällt schließlich ab oder kann leicht entfernt werden.
- Antibakterielle Wirkung: Ohrenschmalz besitzt leicht saure Eigenschaften und enthält Enzyme, die das Wachstum von schädlichen Bakterien und Pilzen im Gehörgang hemmen. Dies trägt maßgeblich zur Infektionsprävention bei.
Die Menge und Konsistenz des Ohrenschmalzes variiert von Person zu Person und kann auch durch Faktoren wie Alter, Genetik, Umweltbedingungen (z.B. trockene Luft) und die Verwendung von Hörgeräten beeinflusst werden. Ein gewisser Grad an Ohrenschmalz ist also nicht nur normal, sondern sogar notwendig für gesunde Ohren. Probleme entstehen meist erst dann, wenn sich zu viel Ohrenschmalz ansammelt und einen Pfropfen bildet.
Wann ist professionelle Ohrenreinigung notwendig?

Die Notwendigkeit einer professionellen Ohrenreinigung ergibt sich meist aus einer übermäßigen Ansammlung von Ohrenschmalz, die zu Beschwerden führt. Während der natürliche Selbstreinigungsmechanismus des Ohres in den meisten Fällen gut funktioniert, kann es dennoch zu einem Ohrenschmalzpfropfen (Cerumen obturans) kommen. Dies geschieht, wenn die Produktion von Ohrenschmalz erhöht ist, der Abtransport behindert wird oder das Ohrenschmalz zu hart und trocken wird.
Faktoren, die einen Ohrenschmalzpfropfen begünstigen können, sind:
- Enger oder gewundener Gehörgang: Manche Menschen haben von Natur aus eine anatomisch bedingte Verengung oder Krümmung des Gehörgangs, die den Abtransport erschwert.
- Hohe Talgproduktion: Eine genetisch bedingte oder durch andere Faktoren beeinflusste erhöhte Produktion von Ohrenschmalz.
- Trockenes Ohrenschmalz: Bei manchen Menschen ist das Ohrenschmalz von Natur aus trockener und härter, was den Abtransport behindert.
- Häufiges Reinigen mit Wattestäbchen: Paradoxerweise kann die falsche Anwendung von Wattestäbchen das Problem verschlimmern. Sie schieben das Ohrenschmalz oft tiefer in den Gehörgang hinein und verdichten es, anstatt es zu entfernen.
- Alter: Mit zunehmendem Alter wird das Ohrenschmalz oft trockener und der Abtransport verlangsamt sich.
- Hörgeräte oder Ohrstöpsel: Das Tragen von Hörgeräten oder häufig die Verwendung von Ohrstöpseln kann den natürlichen Abfluss des Ohrenschmalzes behindern und dessen Ansammlung fördern.
Wenn sich ein Ohrenschmalzpfropfen bildet, kann dies zu verschiedenen Symptomen führen, die eine professionelle Reinigung erforderlich machen. Dazu gehören:
- Vermindertes Hörvermögen: Ein Ohrenschmalzpfropfen kann den Gehörgang blockieren und Schallwellen daran hindern, das Trommelfell zu erreichen, was zu einer Schallleitungsschwerhörigkeit führt. Das Hörvermögen ist oft morgens besser und verschlechtert sich im Laufe des Tages.
- Ohrgeräusche (Tinnitus): Manche Menschen nehmen ein Klingeln, Summen oder Rauschen im Ohr wahr.
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen: In seltenen Fällen kann ein starker Ohrenschmalzpfropfen Druck auf das Innenohr ausüben und zu Schwindelgefühlen führen.
- Schmerzen oder Druckgefühl im Ohr: Ein verstopfter Gehörgang kann ein unangenehmes Völlegefühl oder sogar Schmerzen verursachen.
- Juckreiz im Ohr: Die Haut im Gehörgang kann durch die Ansammlung gereizt werden.
- Hustenreflex: Bei manchen Menschen kann ein Ohrenschmalzpfropfen den Nervus vagus reizen, was einen Hustenreflex auslösen kann.
In diesen Fällen ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dies kann ein Hausarzt sein, der oft über die notwendigen Instrumente und Kenntnisse verfügt, oder ein HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren-Arzt), der auf Erkrankungen des Ohres spezialisiert ist. HNO-Ärzte verfügen über spezielle Werkzeuge wie Ohrmikroskope, feine Saugvorrichtungen und Spülkanülen, um Ohrenschmalz sicher und effektiv zu entfernen.
Wer sind die zuständigen Fachleute für Ohrenreinigung?
- HNO-Ärzte: Sie sind die Spezialisten für alle Erkrankungen des Ohres, der Nase und des Halses. Sie verfügen über die umfassendste Ausbildung und die modernste Ausrüstung zur Ohrenreinigung.
- Hausärzte: Viele Hausärzte sind ebenfalls in der Lage, Ohrenschmalzpfropfen zu diagnostizieren und zu entfernen. Sie nutzen oft eine Ohrenspülung oder eine Zange/Sonde unter Sicht.
- Audiologen/Hörgeräteakustiker: In einigen Ländern und Regionen dürfen auch ausgebildete Audiologen oder Hörgeräteakustiker unter bestimmten Voraussetzungen die Ohrenreinigung durchführen, insbesondere wenn sie im Zusammenhang mit der Anpassung von Hörgeräten steht. Dies sollte jedoch immer nach ärztlicher Abklärung erfolgen.
Es ist wichtig zu betonen, dass eine professionelle Reinigung nur dann erfolgen sollte, wenn sie medizinisch notwendig ist. Die meisten Ohren benötigen keine regelmäßige manuelle Reinigung.
Wie kann man die Ohren selbst reinigen – und was sollte man vermeiden?
Die meisten Menschen reinigen ihre Ohren zu Hause, ohne es zu wissen falsch zu machen. Der Gehörgang ist ein empfindliches Organ, und eine unsachgemäße Reinigung kann zu Verletzungen oder Infektionen führen. Grundsätzlich gilt: Das Ohr reinigt sich weitgehend selbst. Das meiste Ohrenschmalz wird durch die natürliche Bewegung des Kiefers (beim Kauen, Sprechen) nach außen transportiert und trocknet an der Luft.
Was Sie tun können:
- Reinigung der Ohrmuschel: Die äußere Ohrmuschel kann und sollte regelmäßig mit einem Waschlappen und mildem Wasser während des Duschens oder Badens gereinigt werden. Hier sammeln sich Schmutz und Schweiß, die leicht abgewaschen werden können.
- Sanftes Trocknen: Nach dem Duschen oder Baden können Sie die Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen Handtuch abtrocknen. Achten Sie darauf, nicht in den Gehörgang einzudringen.
- Leichte Befeuchtung bei Bedarf: Wenn Sie das Gefühl haben, dass das Ohrenschmalz sehr hart und trocken ist und Beschwerden verursacht, können Sie spezielle Ohrentropfen aus der Apotheke verwenden. Diese enthalten oft Öle (z.B. Mandelöl, Olivenöl) oder andere Substanzen, die das Ohrenschmalz aufweichen. Die Anwendung erfolgt meist über mehrere Tage hinweg gemäß der Packungsbeilage. Nach der Anwendung können Sie versuchen, das aufgeweichte Ohrenschmalz vorsichtig mit einem feuchten Tuch von der Ohrmuschel zu wischen. Wichtig: Verwenden Sie solche Tropfen nur, wenn Sie sicher sind, dass das Trommelfell intakt ist und keine Ohrenentzündung vorliegt. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Arzt.
Was Sie unbedingt vermeiden sollten:
Die Liste der Dinge, die Sie bei der Ohrenreinigung nicht tun sollten, ist lang und entscheidend für die Gesundheit Ihrer Ohren:
- Wattestäbchen (Q-Tips): Dies ist die häufigste Ursache für Probleme bei der Ohrenreinigung. Wattestäbchen sind zu groß für den Gehörgang. Anstatt Ohrenschmalz zu entfernen, schieben sie es tiefer hinein und verdichten es zu einem Pfropfen. Zudem besteht die Gefahr, das Trommelfell zu verletzen oder die empfindliche Haut des Gehörgangs zu schädigen, was zu Entzündungen führen kann. Die American Academy of Otolaryngology – Head and Neck Surgery (AAO-HNS) rät ausdrücklich davon ab, Wattestäbchen zur Reinigung des Gehörgangs zu verwenden. Quelle: AAO-HNS
- Fingernägel oder andere spitze Gegenstände: Das Einführen von Fingernägeln, Haarklammern, Büroklammern oder anderen spitzen Gegenständen in den Gehörgang ist extrem gefährlich. Es kann zu tiefen Kratzern, Rissen und Blutungen führen, die wiederum schwere Infektionen nach sich ziehen können.
- Ohrenkerzen (Ear Candles): Von der Verwendung von Ohrenkerzen wird dringend abgeraten. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für ihre Wirksamkeit, und sie bergen erhebliche Risiken. Dazu gehören Verbrennungen des Gesichts, der Haare, des Gehörgangs und des Trommelfells. Zudem können Wachsreste in den Gehörgang gelangen und dort Probleme verursachen. Gesundheitsorganisationen wie die U.S. Food and Drug Administration (FDA) warnen vor der Anwendung von Ohrenkerzen. Quelle: FDA
- Wasser oder andere Flüssigkeiten mit einer Spritze einfüllen (ohne ärztliche Anweisung): Auch wenn es manchmal als Hausmittel empfohlen wird, kann das eigenmächtige Spülen des Ohres mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten gefährlich sein, wenn das Trommelfell verletzt ist oder eine Ohrenentzündung besteht. Dies kann zu starken Schmerzen, Schwindel und einer Verschlimmerung der Infektion führen. Eine professionelle Ohrspülung durch einen Arzt erfolgt unter kontrollierten Bedingungen.
- Vermeiden Sie aggressive Reinigungsmittel: Seifen oder andere aggressive Reinigungsmittel sind für den Gehörgang ungeeignet und können die natürliche Schutzschicht zerstören.
Die Devise lautet also: Weniger ist mehr. Vertrauen Sie auf die Selbstreinigungsfunktion Ihres Ohres und greifen Sie nur im äußersten Notfall oder bei ärztlicher Anweisung zu Hilfsmitteln.
Wer ist für die Ohrenreinigung bei Kindern zuständig?
Bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten, wenn es um die Ohrenreinigung geht. Der Gehörgang von Kindern ist kleiner und empfindlicher als der von Erwachsenen. Die gleichen Grundregeln gelten hier: Das Ohr reinigt sich meist selbst.
Was Eltern tun können:
- Äußere Ohrmuschel reinigen: Die äußere Ohrmuschel kann vorsichtig mit einem feuchten Waschlappen gereinigt werden, während das Kind badet.
- Sanftes Trocknen: Nach dem Baden kann die Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen Handtuch abgetupft werden.
- Wattestäbchen nur äußerlich: Wenn überhaupt, dürfen Wattestäbchen nur für die Reinigung der äußeren Ohrmuschel verwendet werden. Niemals dürfen sie in den Gehörgang eingeführt werden.
- Bei Bedarf Ohrentropfen: Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich bei Ihrem Kind zu viel Ohrenschmalz angesammelt hat und dies zu Beschwerden führt (z.B. Hörprobleme, Juckreiz), sprechen Sie zuerst mit Ihrem Kinderarzt oder einem HNO-Arzt. Dieser kann spezielle, für Kinder geeignete Ohrentropfen empfehlen, die das Ohrenschmalz aufweichen.
Wann zum Arzt?
Suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, wenn:
- Ihr Kind über Ohrenschmerzen, Juckreiz oder ein Druckgefühl im Ohr klagt.
- Sie eine deutliche Verschlechterung des Hörvermögens bei Ihrem Kind bemerken.
- Sie eine sichtbare Ansammlung von Ohrenschmalz im äußeren Bereich des Gehörgangs feststellen, die über die normale Menge hinausgeht.
- Sie den Verdacht auf eine Ohrenentzündung haben (Fieber, starke Schmerzen, Ausfluss aus dem Ohr).
Der Arzt (Kinderarzt oder HNO-Arzt) wird dann entscheiden, ob und wie die Ohrenreinigung erfolgen muss. Bei Kindern wird oft eine sanfte Ohrspülung mit körperwarmem Wasser unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Auch hier gilt: Keine Selbstversuche mit Wattestäbchen oder anderen Gegenständen im Gehörgang des Kindes.
Die Gesundheit der kindlichen Ohren ist essenziell für die Sprachentwicklung und das allgemeine Wohlbefinden. Daher ist es wichtig, bei Unsicherheiten oder Beschwerden immer professionellen medizinischen Rat einzuholen.
Spezielle Situationen und wer hilft: Hörgeräteakustiker und mehr
Neben Ärzten gibt es in bestimmten Situationen auch andere Fachleute, die bei der Ohrenreinigung eine Rolle spielen können.
Hörgeräteakustiker
Menschen, die Hörgeräte tragen, sind oft stärker von Ohrenschmalzproblemen betroffen. Das Hörgerät kann den natürlichen Abfluss des Ohrenschmalzes behindern und dazu führen, dass sich Cerumen im Gehörgang ansammelt oder sogar in das Gerät selbst gelangt.
Viele Hörgeräteakustiker bieten daher auch eine Reinigung der Ohren oder der Hörgeräte an. Sie sind geschult darin, Ohrenschmalz, das den Gehörgang blockiert oder die Funktion des Hörgeräts beeinträchtigt, zu entfernen. Dies geschieht oft mit speziellen kleinen Sauglampen oder feinen Bürsten.
Wichtig: Ein Hörgeräteakustiker ist kein Arzt. Er kann eine professionelle Reinigung im Rahmen der Hörgeräteanpassung und -wartung durchführen. Bei medizinischen Problemen wie Entzündungen, starken Schmerzen oder Verdacht auf einen Ohrenschmalzpfropfen, der ärztliche Behandlung erfordert, wird ein Hörgeräteakustiker Sie immer an einen HNO-Arzt verweisen. Er kann jedoch eine wertvolle Hilfe sein, um die Ohren frei zu halten und die optimale Funktion Ihres Hörgeräts sicherzustellen.
Physiotherapeuten und Osteopathen – Indirekte Hilfe?
Obwohl Physiotherapeuten und Osteopathen nicht direkt für die Ohrenreinigung zuständig sind, können sie in bestimmten Fällen indirekt zur Verbesserung der Ohrensituation beitragen.
Manchmal können Verspannungen im Kieferbereich (Craniomandibuläre Dysfunktion, CMD) oder im Nackenbereich den Abfluss des Ohrenschmalzes beeinflussen oder zu Ohrgeräuschen (Tinnitus) beitragen, die fälschlicherweise mit Ohrenschmalz in Verbindung gebracht werden.
Ein erfahrener Therapeut kann durch manuelle Techniken diese Verspannungen lösen. Dies kann zu einer Linderung von Symptomen wie Tinnitus, Druckgefühl im Ohr oder sogar Schwindel führen. Es ist jedoch keine Methode zur Entfernung von Ohrenschmalzpfropfen. Wenn Sie solche Beschwerden haben, ist der erste Ansprechpartner immer ein HNO-Arzt, um die Ursache abzuklären.
Apotheker
Apotheker können Sie zu rezeptfreien Mitteln zur Ohrenreinigung beraten. Dazu gehören insbesondere:
- Ohrentropfen: Zur Aufweichung von hartem Ohrenschmalz.
- Nasensprays: In seltenen Fällen können Nasensprays helfen, wenn die Ohrenschmalzbildung mit Problemen der Nasen-Nebenhöhlen-Belüftung zusammenhängt. Dies sollte jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
Der Apotheker kann Sie über die richtige Anwendung dieser Mittel informieren und Ihnen sagen, wann ein Arztbesuch unumgänglich ist. Er kann jedoch keine manuelle Ohrenreinigung durchführen.
Was tun bei verstopften Ohren, wenn der Arzt nicht erreichbar ist?
Manchmal treten Probleme mit verstopften Ohren auf, wenn ein Arztbesuch kurzfristig nicht möglich ist (z.B. am Wochenende oder abends). In solchen Fällen ist Vorsicht geboten.
Erste Hilfe Maßnahmen (mit Bedacht anwenden):
- Aufweichende Ohrentropfen: Wenn Sie Ohrentropfen aus der Apotheke zur Hand haben, können Sie diese gemäß der Packungsbeilage anwenden. Ziel ist es, das Ohrenschmalz aufzuweichen, damit es von selbst abfließen kann. Dies ist die sicherste Methode für die Selbsthilfe.
- Warme Kompresse (äußerlich): Eine leichte, warme (nicht heiße!) Kompresse, die von außen auf das Ohr gelegt wird, kann manchmal Linderung verschaffen und den Abfluss fördern. Dies ist jedoch nur bei leichten Beschwerden und ohne Verdacht auf Entzündung ratsam.
- Körperliche Bewegung und Kieferbewegungen: Manchmal können sanfte Kieferbewegungen (Kauen, Gähnen) oder leichte körperliche Aktivität helfen, den natürlichen Abtransport zu unterstützen.
Was Sie weiterhin vermeiden müssen:
- Keine Wattestäbchen oder spitzen Gegenstände! Dies ist auch in Notfällen absolut tabu.
- Keine Versuche mit Wasser spülen! Ohne ärztliche Kontrolle ist dies zu riskant.
- Keine Ohrenkerzen! Die Gefahren bleiben bestehen.
Wenn die Beschwerden stark sind, mit Schmerzen, Schwindel oder Fieber einhergehen, oder wenn sich die Situation nicht bessert, ist ein ärztlicher Notdienst oder die Notaufnahme eines Krankenhauses aufzusuchen. Eine unbehandelte Ohrenentzündung oder ein starker Ohrenschmalzpfropfen kann ernsthafte Folgen haben.
Denken Sie daran, dass die Selbsthilfe nur eine vorübergehende Maßnahme sein kann. Die Ursache sollte immer von einem Arzt abgeklärt werden. Wenn Sie regelmäßig Probleme mit Ohrenschmalz haben, ist eine ärztliche Untersuchung wichtig, um zugrundeliegende Ursachen zu finden. Dies gilt auch, wenn Sie beispielsweise den Eindruck haben, dass Ihr Abfluss Reinigen Bestes Mittel nicht ausreicht und Sie ähnliche Verstopfungsprobleme anderswo haben.
Fazit: Wer reinigt die Ohren?
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Selbstreinigungsfunktion des Ohres ist der wichtigste Mechanismus zur Entfernung von Ohrenschmalz. In den allermeisten Fällen ist keine manuelle Reinigung notwendig oder sogar schädlich.
- Für die äußere Ohrmuschel: Sie selbst mit einem Waschlappen und Wasser.
- Für den Gehörgang: In der Regel niemand. Das Ohr reinigt sich selbst.
- Bei Beschwerden durch Ohrenschmalzpfropfen: HNO-Ärzte oder Hausärzte sind die primär zuständigen Fachleute. Sie verfügen über die notwendige Ausrüstung und Expertise, um eine sichere und effektive Reinigung durchzuführen.
- Bei Hörgeräteträgern: Hörgeräteakustiker können unterstützend bei der Reinigung von Ohren und Geräten tätig sein, ersetzen jedoch keinen Arztbesuch bei medizinischen Problemen.
- Bei Kindern: Kinderärzte und HNO-Ärzte sind die richtigen Ansprechpartner.
Vermeiden Sie unbedingt Wattestäbchen, spitze Gegenstände und Ohrenkerzen im Gehörgang. Diese bergen erhebliche Risiken für Verletzungen und Infektionen. Wenn Sie unsicher sind oder Beschwerden haben, suchen Sie immer professionellen medizinischen Rat. Ein gesunder Gehörgang und gutes Hörvermögen sind es wert!
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie oft sollte man die Ohren reinigen?
Grundsätzlich ist eine regelmäßige, aktive Reinigung des Gehörgangs nicht notwendig. Das Ohr verfügt über einen natürlichen Selbstreinigungsmechanismus. Nur wenn sich durch übermäßige Produktion oder behinderten Abtransport ein Ohrenschmalzpfropfen bildet und Beschwerden verursacht, ist eine Reinigung – meist durch einen Arzt – erforderlich. Die äußere Ohrmuschel kann und sollte bei der täglichen Hygiene mit Wasser und Seife gereinigt werden.
Sind Wattestäbchen schädlich für die Ohren?
Ja, die Verwendung von Wattestäbchen zur Reinigung des Gehörgangs wird von Experten dringend abgeraten. Sie schieben das Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang hinein, wo es sich verdichten kann. Zudem besteht die Gefahr, die empfindliche Haut des Gehörgangs zu verletzen oder das Trommelfell zu beschädigen, was zu Schmerzen, Infektionen oder Hörverlust führen kann. Die American Academy of Otolaryngology – Head and Neck Surgery (AAO-HNS) empfiehlt, Wattestäbchen nicht in den Gehörgang einzuführen.
Wer entfernt Ohrenschmalz professionell?
Professionell wird Ohrenschmalz in der Regel von HNO-Ärzten oder Hausärzten entfernt. Sie verfügen über spezielle Instrumente wie Ohrmikroskope, Saugvorrichtungen oder Spülkanülen, um das Ohrenschmalz sicher und schonend zu entfernen. Auch Hörgeräteakustiker können bei der Reinigung unterstützend tätig sein, insbesondere wenn es um die Freihaltung des Gehörgangs für Hörgeräte geht.
Was kann man tun, wenn das Ohr verstopft ist?
Wenn Ihr Ohr durch Ohrenschmalz verstopft ist und Sie Beschwerden haben, ist der sicherste Weg, einen Arzt (Hausarzt oder HNO-Arzt) aufzusuchen. Als erste Maßnahme zu Hause können Sie, sofern keine Verletzung oder Entzündung vorliegt, spezielle Ohrentropfen aus der Apotheke zur Aufweichung des Ohrenschmalzes verwenden. Vermeiden Sie unbedingt die Anwendung von Wattestäbchen, spitzen Gegenständen oder Ohrenkerzen.
Sind Ohrenkerzen eine sichere Methode zur Ohrenreinigung?
Nein, von der Verwendung von Ohrenkerzen wird dringend abgeraten. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für ihre Wirksamkeit, und sie bergen erhebliche Risiken wie Verbrennungen im Gesicht, an den Haaren oder am Ohr selbst. Zudem können Wachsreste in den Gehörgang gelangen. Gesundheitsorganisationen wie die U.S. Food and Drug Administration (FDA) warnen vor ihrer Anwendung.
Wann sollte man mit Ohrenproblemen zum HNO-Arzt gehen?
Sie sollten einen HNO-Arzt aufsuchen, wenn Sie unter anhaltenden oder starken Ohrenschmerzen, Hörverlust, Tinnitus (Ohrgeräuschen), Schwindel, einem Druckgefühl im Ohr oder Ausfluss aus dem Ohr leiden. Auch wenn Sie den Verdacht auf einen Ohrenschmalzpfropfen haben, der Beschwerden verursacht, oder wenn Sie wiederholt Probleme mit der Ohrenschmalzbildung haben, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.
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Key Takeaways
- Ohrenschmalz (Cerumen) ist eine natürliche Schutz- und Reinigungssekretion des Ohres.
- Der Gehörgang reinigt sich meist selbst; aktive Reinigung ist selten nötig.
- Wattestäbchen, spitze Gegenstände und Ohrenkerzen sind zur Reinigung des Gehörgangs ungeeignet und gefährlich.
- HNO-Ärzte und Hausärzte sind die Fachleute für die professionelle Entfernung von Ohrenschmalzpfropfen.
- Hörgeräteakustiker können bei der Reinigung im Rahmen der Hörgeräteanpassung unterstützen.
- Bei Kindern sollten Eltern nur die äußere Ohrmuschel reinigen und bei Beschwerden einen Arzt aufsuchen.
- Bei plötzlichen oder starken Ohrenbeschwerden (Schmerzen, Hörverlust, Schwindel) ist sofort ärztlicher Rat einzuholen.
- Die Verwendung von speziellen Ohrentropfen aus der Apotheke kann zur Aufweichung von Ohrenschmalz hilfreich sein.