Stell dir vor, du hast gerade dein neues, funkelndes Piercing bekommen. Es ist ein aufregender Moment! Aber wie sorgst du dafür, dass es nicht nur gut aussieht, sondern auch gesund bleibt? Die richtige Pflege ist entscheidend. Ein frisch gestochenes Piercing ist eine offene Wunde, und wie jede Wunde muss es sauber gehalten werden, um Infektionen zu vermeiden und eine reibungslose Heilung zu ermöglichen. Auch bei älteren Piercings ist regelmäßige Reinigung wichtig, damit der Schmuck nicht trüb wird und die Haut gesund bleibt.
Dieser Artikel wird dir alles Wichtige rund um das Thema Piercing reinigen erklären. Wir gehen auf die tägliche Pflege, die richtige Wahl der Reinigungsmittel und worauf du bei verschiedenen Piercingarten achten solltest. Du erfährst, wie du Entzündungen vorbeugen kannst und wann du professionelle Hilfe suchen solltest. Denn ein sauberes Piercing ist nicht nur schöner, sondern auch ein Zeichen von guter Körperpflege und Gesundheit.
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Warum ist die Reinigung von Piercings so wichtig?

Die Reinigung deines Piercings ist aus mehreren Gründen unerlässlich. Ein Piercing ist eine Eintrittspforte für Bakterien und andere Mikroorganismen. Ohne regelmäßige und korrekte Reinigung können sich diese vermehren und zu ernsthaften Problemen führen.
- Infektionsprävention: Die Hauptfunktion der Reinigung ist die Vorbeugung von Infektionen. Bakterien, die sich auf der Haut und dem Schmuck ansammeln, können in die Wunde eindringen und eine Entzündung verursachen. Symptome einer Infektion können Rötung, Schwellung, Schmerzen, Juckreiz und die Absonderung von Eiter sein.
- Förderung der Heilung: Bei frisch gestochenen Piercings ist die Reinigung ein zentraler Bestandteil des Heilungsprozesses. Eine saubere Umgebung hilft dem Körper, sich auf die Wundheilung zu konzentrieren, anstatt gegen eine Infektion kämpfen zu müssen. Dies beschleunigt den Heilungsprozess und reduziert das Risiko von Narbenbildung.
- Erhaltung des Schmuckes: Auch ältere, abgeheilte Piercings profitieren von regelmäßiger Reinigung. Schweiß, Hautöle, Seifenreste und Schmutz können sich auf dem Schmuck ablagern und ihn trüb, matt oder sogar verfärbt aussehen lassen. Regelmäßiges Reinigen erhält den Glanz und die Schönheit deines Schmuckstücks.
- Vermeidung von Reizungen: Rückstände von Pflegeprodukten oder Schmutz können die Haut um das Piercing herum reizen. Dies kann zu Rötungen, Juckreiz und unangenehmem Gefühl führen, selbst wenn keine akute Infektion vorliegt.
- Gesundheit der Haut: Die Haut um das Piercing herum ist empfindlicher. Eine gute Hygiene verhindert nicht nur Probleme am Piercing selbst, sondern trägt auch zur allgemeinen Gesundheit der Haut bei.
Die richtige Pflege zeigt also, dass du dich um deinen Körper kümmerst und die Gesundheit deiner Haut und deines Piercings priorisierst.
Wie reinigt man ein frisches Piercing?

Bei einem neuen Piercing ist besondere Vorsicht geboten. Die Wunde ist noch offen und muss geschützt werden. Die Reinigung sollte sanft, aber gründlich erfolgen.
Tägliche Reinigung eines frischen Piercings
Die tägliche Reinigung ist das A und O für eine gute Heilung. Hier ist, wie du vorgehen solltest:
- Hände waschen: Wasche deine Hände gründlich mit milder Seife und Wasser, bevor du dein Piercing berührst. Dies ist der wichtigste Schritt, um die Übertragung von Keimen zu verhindern.
- Reinigungslösung vorbereiten: Verwende eine sterile Kochsalzlösung. Diese kannst du fertig kaufen (in Apotheken oder online erhältlich) oder selbst herstellen. Für die Herstellung von Kochsalzlösung löst du 1/4 Teelöffel unjodiertes Salz in einer Tasse (ca. 240 ml) warmem, destilliertem oder abgekochtem Wasser auf. Lasse die Lösung abkühlen, bevor du sie verwendest.
- Reinigung durchführen:
- Befeuchte ein sauberes Wattestäbchen oder eine sterile Gaze mit der Kochsalzlösung.
- Reinige vorsichtig den Bereich um das Piercing. Achte darauf, den Schmuck dabei nicht unnötig zu bewegen oder zu drehen.
- Entferne vorsichtig Krusten oder Verkrustungen, die sich gebildet haben. Weiche sie bei Bedarf kurz mit der Lösung ein, bevor du sie abwischst.
- Reinige sowohl die Vorder- als auch die Rückseite des Piercings, wenn möglich.
- Trocknen: Tupfe den Bereich vorsichtig mit einem sauberen Papiertuch trocken. Vermeide Stoffhandtücher, da diese Fasern verlieren und Bakterien beherbergen können.
- Häufigkeit: Reinige dein Piercing in der Regel ein- bis zweimal täglich. Dein Piercer wird dir spezifische Anweisungen geben, die du befolgen solltest.
Was du bei frischen Piercings vermeiden solltest
Es gibt einige Dinge, die du bei der Pflege von frischen Piercings unbedingt vermeiden solltest:
- Keine aggressiven Reinigungsmittel: Verwende keine alkoholhaltigen Lösungen, Wasserstoffperoxid, Jod oder antibakterielle Seifen, es sei denn, dein Piercer empfiehlt dies ausdrücklich. Diese können die empfindliche Haut reizen und den Heilungsprozess stören.
- Nicht drehen oder bewegen: Vermeide es, den Schmuck unnötig zu drehen oder zu bewegen. Dies kann die neu gebildete Hautschicht beschädigen und die Heilung verzögern.
- Keine Salben oder Cremes: Trage keine Vaseline, Salben oder fetthaltige Cremes auf. Diese können die Poren verstopfen, Schmutz anziehen und die Belüftung behindern.
- Keine Wattestäbchen-Fasern: Achte darauf, dass keine Wattestäbchen-Fasern im Stichkanal zurückbleiben.
- Kontakt vermeiden: Berühre das Piercing so wenig wie möglich. Vermeide es auch, dass Kleidung, Haare oder andere Gegenstände daran reiben.
- Schwimmbäder und Saunen meiden: Halte dich von öffentlichen Schwimmbädern, Whirlpools, Seen und Saunen fern, bis das Piercing vollständig verheilt ist. Diese Orte sind voller Bakterien.
Die Heilungszeit variiert je nach Piercingart und individueller Veranlagung. Ohrläppchen-Piercings heilen oft in 6-8 Wochen, während Knorpel-Piercings oder Bauchnabel-Piercings mehrere Monate bis zu einem Jahr dauern können. Achte auf die Signale deines Körpers.
Wie reinigt man abgeheilte Piercings?

Sobald dein Piercing vollständig abgeheilt ist, ändert sich die Pflegeroutine. Die Notwendigkeit einer sterilen Reinigung entfällt, aber die Hygiene bleibt wichtig.
Tägliche oder wöchentliche Reinigung
Auch abgeheilte Piercings sollten regelmäßig gereinigt werden, um sie sauber und schön zu halten.
- Hände waschen: Immer zuerst die Hände waschen.
- Schmuck entfernen (optional): Du kannst den Schmuck entfernen, um ihn gründlicher reinigen zu können. Wenn du ihn entfernst, achte darauf, dass du ihn nicht fallen lässt oder verlierst.
- Reinigungsmittel wählen:
- Milde Seife und Wasser: Eine milde, parfümfreie Flüssigseife ist oft ausreichend.
- Spezieller Schmuckreiniger: Es gibt spezielle Reiniger für Körperschmuck im Handel.
- Spülmittel: Ein mildes Spülmittel kann ebenfalls verwendet werden, besonders wenn der Schmuck fettig ist.
- Reinigung durchführen:
- Reibe den Schmuck vorsichtig mit der Seife und warmem Wasser ein. Verwende eine weiche Zahnbürste oder ein Wattestäbchen, um hartnäckige Ablagerungen zu entfernen.
- Spüle den Schmuck gründlich unter fließendem Wasser ab. Achte darauf, alle Seifenreste zu entfernen.
- Wenn der Schmuck noch im Piercing ist, reinige die Haut um das Piercing herum mit milder Seife und Wasser. Spüle gut nach und tupfe alles trocken.
- Schmuck wieder einsetzen: Setze den gereinigten Schmuck wieder ein. Wenn du ihn entfernt hattest, achte darauf, dass er leicht wieder eingeführt werden kann. Wenn es schmerzt oder schwierig ist, setze den Schmuck lieber nicht wieder ein und konsultiere einen Piercer.
Wie oft sollte man ein abgeheiltes Piercing reinigen?
- Die Haut um das Piercing sollte idealerweise täglich oder zumindest alle paar Tage mit milder Seife und Wasser gereinigt werden, besonders nach dem Sport oder wenn du viel schwitzt.
- Den Schmuck selbst kannst du je nach Bedarf reinigen. Wenn er sichtbar trüb wird oder du Ablagerungen bemerkst, ist es Zeit für eine gründlichere Reinigung. Dies kann wöchentlich, monatlich oder seltener sein, je nachdem, wie schnell sich Ablagerungen bilden.
Spezielle Reinigungstipps für verschiedene Piercingarten

Nicht alle Piercings sind gleich, und die Reinigung kann je nach Körperstelle leicht variieren.
Nasenpiercing reinigen
- Frisch: Reinige die Stelle wie oben beschrieben mit Kochsalzlösung. Achte darauf, dass keine Flüssigkeit in die Nase gelangt. Tupfe die äußere Stelle vorsichtig trocken.
- Abgeheilt: Reinige die Nasenflügel und den Schmuck regelmäßig mit milder Seife und Wasser. Wenn sich Krusten bilden, weiche sie vorsichtig mit warmem Wasser ein und entferne sie sanft.
Ohrpiercing reinigen (Ohrläppchen, Knorpel)
- Frisch: Kochsalzlösung ist hier ebenfalls das Mittel der Wahl. Reinige die Vorder- und Rückseite des Ohrläppchens oder Knorpels sorgfältig. Achte darauf, dass die Lösung nicht ins Ohrinnere läuft.
- Abgeheilt: Ohrschmuck sammelt oft Haarpflegeprodukte und Talg an. Reinige Ohrläppchen-Piercings regelmäßig mit Seife und Wasser. Bei Knorpelpiercings kann die Reinigung etwas schwieriger sein. Sei sanft und vermeide es, am Schmuck zu ziehen.
Bauchnabelpiercing reinigen
- Frisch: Die Bauchregion ist anfällig für Bakterien durch Kleidung und Schweiß. Reinige das Piercing sorgfältig mit Kochsalzlösung. Achte darauf, die Stelle gut zu trocknen, um Feuchtigkeit zu vermeiden, die das Bakterienwachstum fördern kann. Vermeide es, dass enge Kleidung am Piercing reibt.
- Abgeheilt: Reinige den Bereich regelmäßig mit milder Seife und Wasser. Achte darauf, dass sich keine Seifenreste ansammeln.
Brustwarzenpiercing reinigen
- Frisch: Diese Piercings sind besonders empfindlich. Verwende sterile Kochsalzlösung. Sei extrem sanft bei der Reinigung. Achte auf Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Schwellung oder Eiter.
- Abgeheilt: Regelmäßige Reinigung mit milder Seife und Wasser ist wichtig. Achte auf eine gute BH-Hygiene.
Zungenpiercing und Lippenpiercing reinigen
Diese Piercings befinden sich im Mundraum und erfordern eine etwas andere Pflege.
- Mundspülung: Nach jeder Mahlzeit oder jedem Snack solltest du deinen Mund mit einer alkoholfreien Mundspülung ausspülen. Alkoholhaltige Spülungen können die Wundheilung stören und den Mund austrocknen.
- Reinigung des Schmucks: Wenn möglich, reinige den Schmuck auch von außen mit milder Seife und Wasser.
- Achte auf Schwellungen: Zungen- und Lippenpiercings schwellen oft stark an. Achte darauf, dass der Schmuck nicht zu eng wird.
Die Wahl der richtigen Reinigungsmittel
Die Auswahl des richtigen Mittels zur Piercingpflege ist entscheidend für eine erfolgreiche Heilung und langfristige Gesundheit.
Empfohlene Reinigungsmittel
- Sterile Kochsalzlösung: Dies ist das Goldstandard-Mittel für frische Piercings. Sie ist sanft, reinigt effektiv und stört das natürliche Gleichgewicht der Haut nicht. Du erhältst sie in Apotheken oder online.
- Milde, parfümfreie Flüssigseife: Für abgeheilte Piercings und die tägliche Reinigung der Haut um das Piercing herum ist eine milde Seife ideal. Achte darauf, dass sie keine Duftstoffe oder aggressive Chemikalien enthält.
- Destilliertes oder abgekochtes Wasser: Zum Anmischen der Kochsalzlösung oder zum einfachen Ausspülen.
Reinigungsmittel, die du vermeiden solltest
- Alkohol (Isopropanol, Ethanol): Alkohol ist stark austrocknend und reizend. Er kann die Hautzellen schädigen und den Heilungsprozess verlangsamen.
- Wasserstoffperoxid (H₂O₂): Obwohl es desinfizierend wirkt, ist es zu aggressiv für frische Piercings. Es kann gesunde Hautzellen abtöten und die Heilung behindern.
- Jod (PVP-Jod): Ähnlich wie Alkohol und Wasserstoffperoxid ist Jod zu stark für die empfindliche Haut eines neuen Piercings. Es kann allergische Reaktionen hervorrufen und die Heilung beeinträchtigen.
- Antibakterielle Seifen (z. B. mit Triclosan): Diese können das natürliche Gleichgewicht der Hautflora stören und sind für die meisten Piercings unnötig und potenziell schädlich.
- Aromaöle oder ätherische Öle: Diese können starke Reizungen und allergische Reaktionen hervorrufen.
- Teesbaumöl: Obwohl es antibakterielle Eigenschaften hat, ist es für frische Piercings zu aggressiv und kann die Heilung verzögern.
Wenn du unsicher bist, frage immer deinen Piercer. Er oder sie kann dir die besten Produkte für deinen spezifischen Piercingtyp empfehlen.
Wann zum Arzt oder Piercer? Anzeichen einer Infektion
Auch bei bester Pflege können Komplikationen auftreten. Es ist wichtig, die Anzeichen einer Infektion zu erkennen und zu wissen, wann du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen solltest.
Anzeichen einer Infektion
- Zunehmende Rötung und Schwellung: Leichte Rötung und Schwellung sind in den ersten Tagen normal. Wenn diese jedoch schlimmer werden, sich ausbreiten oder nach einiger Zeit wieder auftreten, ist Vorsicht geboten.
- Starke Schmerzen: Während ein neues Piercing anfangs schmerzhaft sein kann, sollten die Schmerzen nicht unerträglich werden oder sich verschlimmern.
- Eiter oder ungewöhnlicher Ausfluss: Ein kleiner, klarer oder weißlicher Ausfluss kann normal sein, besonders wenn er verkrustet. Gelber, grüner oder übelriechender Eiter ist jedoch ein klares Zeichen für eine Infektion.
- Fieber oder Schüttelfrost: Diese systemischen Symptome deuten auf eine ernstere Infektion hin, die ärztliche Behandlung erfordert.
- Hitzegefühl: Wenn sich die Haut um das Piercing ungewöhnlich heiß anfühlt.
- Keloide oder Narbenwucherungen: Große, wulstige Narben können sich bilden, sind aber nicht immer ein Zeichen einer Infektion. Sie können eine allergische Reaktion oder eine übermäßige Heilungsreaktion sein.
Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?
- Bei Verdacht auf eine ernsthafte Infektion (Fieber, starker Eiter, sich ausbreitende Rötung).
- Wenn die Schmerzen unerträglich werden.
- Wenn du allergische Reaktionen auf das verwendete Material oder Reinigungsmittel vermutest.
- Bei der Bildung von großen oder schmerzhaften Keloiden.
Wann solltest du deinen Piercer aufsuchen?
- Wenn du dir unsicher bei der Pflege bist.
- Wenn sich der Schmuck verklemmt oder nicht leicht bewegen lässt.
- Wenn du Probleme mit der Heilung hast, die nicht auf eine Infektion hindeuten.
- Wenn du den Schmuck wechseln möchtest und unsicher bist.
- Bei leichten Reizungen, die sich durch einfache Pflege nicht bessern.
Dein Piercer ist der Experte für Piercings und kann dir oft am besten weiterhelfen, besonders in den frühen Phasen der Heilung oder bei kleineren Problemen. Bei gesundheitlichen Bedenken ist jedoch immer ein Arzt die erste Anlaufstelle.
Trockeneisreinigung für Autos: Eine Alternative zur traditionellen Reinigung?
Manchmal taucht die Frage auf, ob spezielle Reinigungsmethoden auch für Körperschmuck geeignet sind. Ein Beispiel ist die Trockeneisreinigung, die oft im Automobilbereich für die schonende Reinigung von Oberflächen eingesetzt wird.
Was ist Trockeneisreinigung?
Die Trockeneisreinigung verwendet gefrorenes Kohlendioxid (CO₂), das bei -78,5 °C fest ist. Dabei werden kleine Trockeneispellets mit hoher Geschwindigkeit auf die zu reinigende Oberfläche geschossen. Beim Aufprall sublimiert das Trockeneis sofort, das heißt, es geht direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Diese schnelle Ausdehnung des Gases löst den Schmutz von der Oberfläche.
Ist Trockeneisreinigung für Piercings geeignet?
Nein, absolut nicht. Die Trockeneisreinigung ist nicht für die Reinigung von Piercings oder Körperteilen geeignet.
- Extreme Kälte: Die Temperaturen sind viel zu niedrig und würden schwere Kälteschäden auf der Haut verursachen.
- Mechanische Belastung: Der abrasive Effekt der Eispartikel ist für die empfindliche Haut und die Wundheilung eines Piercings schädlich.
- Ungeeignetes Verfahren: Dieses Verfahren ist für die Reinigung von industriellen Oberflächen, Maschinen oder eben Autos konzipiert, nicht für biologisches Gewebe.
Die Verwechslung oder der Versuch, solche Methoden auf den Körper anzuwenden, kann ernsthafte Verletzungen zur Folge haben. Bleibe bei den bewährten und sicheren Methoden der Piercingpflege.
Pflegemythen und Fakten
Es gibt viele Mythen rund um die Piercingpflege. Hier räumen wir mit einigen auf:
- Mythos: Man muss den Schmuck ständig drehen, damit er nicht einwächst.
- Fakt: Bei frischen Piercings sollte der Schmuck so wenig wie möglich bewegt werden. Das ständige Drehen reizt die Wunde und kann die Heilung verzögern. Nur bei abgeheilten Piercings ist eine leichte Bewegung beim Reinigen sinnvoll.
- Mythos: Alkohol desinfiziert am besten.
- Fakt: Wie bereits erwähnt, ist Alkohol zu aggressiv für frische Piercings und schadet mehr, als er nützt.
- Mythos: Je mehr man reinigt, desto besser.
- Fakt: Übermäßige Reinigung kann die Haut reizen und die natürlichen Abwehrmechanismen stören. Ein- bis zweimal täglich mit der richtigen Methode ist in der Regel ausreichend.
- Mythos: Teebaumöl ist ein gutes Hausmittel gegen Entzündungen.
- Fakt: Teebaumöl ist sehr potent und kann bei direkter Anwendung auf frischen Piercings stark reizen. Es sollte nur stark verdünnt und nach Rücksprache mit einem Experten angewendet werden, wenn überhaupt.
Die Wahl des richtigen Schmuckmaterials
Das Material deines Schmucks spielt ebenfalls eine Rolle für die Heilung und Pflege.
- Chirurgenstahl: Ein gängiges Material, das gut verträglich ist. Achte auf eine hohe Qualität (z. B. 316L).
- Titan: Sehr leicht, biokompatibel und eine ausgezeichnete Wahl für frische Piercings. Es ist nickelfrei und verursacht selten allergische Reaktionen.
- Niob: Ähnlich wie Titan, ebenfalls sehr gut verträglich.
- Gold (14 Karat oder höher): Nur massives Gold (keine plattierten Materialien) ist für frische Piercings geeignet. Achte auf nickelfreies Gold. Gelbgold ist oft besser verträglich als Weißgold.
- Vermeide: Billige Legierungen, plattierte Metalle, Silber oder Kunststoffe für frische Piercings, da diese Reaktionen hervorrufen oder den Heilungsprozess stören können.
Fazit
Die Reinigung deines Piercings ist ein wesentlicher Bestandteil der Pflege, egal ob es frisch gestochen ist oder schon lange abgeheilt ist. Eine sorgfältige und konsequente Hygiene verhindert Infektionen, fördert die Heilung und hält deinen Schmuck schön.
Erinnere dich an die goldenen Regeln: Hände waschen, milde und geeignete Reinigungsmittel verwenden, nicht übertreiben und auf die Signale deines Körpers achten. Bei Unsicherheiten oder Problemen ist dein Piercer dein bester Ansprechpartner. Mit der richtigen Pflege wirst du lange Freude an deinem Piercing haben.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie oft sollte ich mein frisches Piercing reinigen?
Du solltest dein frisches Piercing in der Regel ein- bis zweimal täglich reinigen. Achte darauf, deine Hände vorher gründlich zu waschen und verwende eine sterile Kochsalzlösung. Dein Piercer wird dir die genauen Anweisungen für dein spezifisches Piercing geben.
Kann ich einfach normale Seife zum Reinigen meines Piercings verwenden?
Für frische Piercings solltest du keine normale Seife verwenden, da diese zu aggressiv sein kann. Verwende stattdessen sterile Kochsalzlösung. Für abgeheilte Piercings ist eine milde, parfümfreie Flüssigseife in Ordnung.
Mein Piercing juckt, ist das normal?
Leichtes Jucken kann während des Heilungsprozesses auftreten. Es ist oft ein Zeichen dafür, dass die Haut heilt. Wenn das Jucken jedoch sehr stark ist, mit Rötung, Schwellung oder Ausfluss einhergeht, könnte es sich um eine Infektion oder eine allergische Reaktion handeln. Konsultiere in diesem Fall deinen Piercer oder Arzt.
Was mache ich, wenn sich Krusten um mein Piercing bilden?
Krusten sind eine normale Erscheinung bei der Heilung von Piercings. Weiche sie vorsichtig mit warmer Kochsalzlösung ein und wische sie dann sanft mit einem sauberen Wattestäbchen oder einer Gaze ab. Ziehe oder kratze niemals an den Krusten.
Darf ich mit meinem frischen Piercing schwimmen gehen?
Es wird dringend davon abgeraten, mit einem frischen Piercing in öffentlichen Gewässern wie Schwimmbädern, Seen oder dem Meer zu schwimmen. Diese Orte bergen ein hohes Infektionsrisiko. Warte, bis dein Piercing vollständig verheilt ist, bevor du wieder schwimmen gehst.
Mein Piercing ist abgeheilt, muss ich es noch reinigen?
Ja, auch abgeheilte Piercings sollten regelmäßig gereinigt werden. Die Haut um das Piercing herum sollte mit milder Seife und Wasser gepflegt werden, und der Schmuck selbst sollte gereinigt werden, sobald er trüb wird oder sich Ablagerungen bilden. Dies erhält den Glanz des Schmucks und die Gesundheit der Haut.
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Key Takeaways
- Die regelmäßige Reinigung von Piercings ist entscheidend zur Vorbeugung von Infektionen und zur Förderung der Heilung.
- Für frische Piercings ist eine sterile Kochsalzlösung das Mittel der Wahl.
- Vermeide aggressive Reinigungsmittel wie Alkohol, Wasserstoffperoxid oder Jod bei neuen Piercings.
- Hände waschen ist der wichtigste Schritt vor jeder Berührung des Piercings.
- Bei abgeheilten Piercings kann milde, parfümfreie Seife und Wasser für die Reinigung verwendet werden.
- Achte auf Anzeichen einer Infektion wie zunehmende Rötung, Schwellung, starke Schmerzen oder Eiter und suche bei Bedarf einen Arzt oder Piercer auf.
- Die Trockeneisreinigung ist nicht für die Piercingpflege geeignet und kann gefährlich sein.
- Das Material des Schmucks (Titan, Chirurgenstahl, Niob) ist wichtig für die Verträglichkeit.
- Befolge immer die spezifischen Anweisungen deines professionellen Piercers.